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LIEBE SCHWESTERN UND BRÜDER!

Jetzt am Heiligen Abend / am Morgen des 1. Weihnachtstages merkt man schnell, wie sich die Anspannung langsam legt. 

Bis jetzt „musste“ alles fertig werden: das Wohnzimmer und Esszimmer, das Essen, die Besorgungen – damit dann für die Bescherung auch alles gut hergerichtet ist.

In diesem Jahr ist mir aufgefallen, dass vieles schon einen Tag früher begonnen hat, als die Jahre zuvor – oder ging nur mir das so?

Die Vorbereitungszeit auf Weihnachten begann schon im November. Konzertproben und erste Auftritte, Feiern, Weihnachtsmarkt.

„Alle Jahre wieder“ – und immer schon früher. Ich esse gut und gerne. Auch Schokolade und Köstlichkeiten zu Weihnachten, aber nicht schon im August oder September und nach Weihnachten bin ich auch froh, wenn denn ein Stück Normalität zurückkehrt.

Wir erinnern uns an das Fest der Geburt Christi. Wir wissen den Termin nicht ganz genau, aber der Sieg der Sonne über die dunkle Jahreszeit macht uns deutlich, dass im Kind das Heil für die Welt aufleuchten muss. 

Ein Geburtsfest der ganz besonderen Art. Der Hl. Familie war sicherlich nicht „Happy Birthday“ zumute.

Es war eine anstrengende Geburt – ausgesperrt von Bequemlichkeit und Luxus, noch nicht einmal in den eigenen vier Wänden und dann auch eine Geburt. In den vergangenen Jahren erzählten mir viele Freunde und Bekannte von der Geburt, aber noch mehr vom Warten davor.

Die Freude über die geglückte Schwangerschaft, aber dann auch das Durchstehen der 9 Monate; das Glück der Eltern, die Warten, aber dann auch die Ungewissheit ob auch alles gut geht, das Einrichten oder Absichern von Zimmern und auch das drängende Warten in den Arztpraxen, bei den Voruntersuchungen. Dann endlich die Geburt, aber auch die Sorge um das Neugeborene, wenn es Komplikationen gab. 

Von all dem erzählt das Evangelium ja nicht. Ich glaube aber, dass jeder zu der Zeit wusste, wie anstrengend und auch gefährlich eine Geburt sein konnte.

Und mit genau dieser Gefahr für Kind und Mutter kommt Gott in die Welt. Ist das nicht wunderbar?

Gott kommt in die Welt wie jeder Mensch und dann auch noch auf der Flucht. Für einen weltlichen Herrscher undenkbar und für uns doch heute auch. Welcher Frau wollte man das heute antun. Das dt. Grundgesetz schützt die besondere Stellung der Frau in der Schwangerschaft ungemein. – In den Nachrichten lesen und hören und sehen wir allerdings auch ganz andere Bilder: es gibt immer noch Flucht und Vertreibung, Krieg und Auseinandersetzung, Gewalt und Ausbeutung. Vielleicht auch nebenan?

Wir Christen feiern aber umso lieber dieses wunderbare Geschenk der Weihnachtszeit, weil es mit einer Botschaft kommt. Gott liebt diese Welt und er liebt uns.

Maria und Josef werden zu den Prototypen schlechthin, sie werden die neue Eva und der neue Adam. Und diesmal entspringt das Leben aus der Frau. Aus Maria. Rückwärtsgesprochen wird aus der Eva, das „Ave“ für Maria. Theologisch ist somit das Leben von Gott am Anfang der Schöpfung zur Neuschöpfung in Jesus geschlagen, ein BUND, der aufgerichtet wird, wir nennen das mit dem großen theologischen Begriff der Gnade. 

Gottes Bestimmung für den Menschen ist das Leben – wir haben unseren freien Willen und sehen an einem Abend / einer Nacht / einem Morgen wie das Leben an der Krippe beginnt: «Gott ist Mensch geworden, er zeigt uns seine ganze Liebe, indem er Mensch wird. Ein Kind ist aber nichts Abstraktes, es ist konkret, greifbar, hörbar, spürbar, sichtbar. Gott ist nicht Theorie, nicht lebensfremd, unkonkret, Gott ist wirklich wahrhaftig zu uns gekommen. Das feiern wir heute hier.» (entnommen: Der Prediger und Katechet 1/2020, Statio Weihnachten)

Aus dieser Krippe heraus, die uns die Zerbrechlichkeit unseres eigenen Lebens zeigt, kein Thron, kein fürstliches Bett – sondern der harte Untergrund mit Dreck und Gestank. 

Franz von Assisi hat uns diese Interpretation des Lebens Jesu geschenkt und in den Schulgottesdiensten und im Kindergarten weiß wohl jedes Kind, was in eine ordentliche Krippe reingehört. Die Tiere sind genauso wichtig wie die Hirten, die Könige und der Engel.

Was für ein tolles Verständnis, dass uns die Kinder da zurufen. Gottes ganze Schöpfung ist einbegriffen, nicht nur der Mensch, sondern alle Geschöpfe sind bei dieser Neuschöpfung dabei. Vögel und Fische sicherlich auch. 

Die Kinder zeigen uns im Suchen, dass wir größer Denken müssen, als wir es bislang taten, ihr natürlicher Umgang zeigt uns, dass die Gnade – Gottes Geschenk an die Welt – für alle Menschen gilt, dafür sammelten die Kleinen in den Opferkästchen, dafür halten wir heute die Kollekte für Adveniat für die Menschen in Lateinamerika.

Last Christmas. Ich bin richtig froh, dass wir Jahr für Jahr Weihnachten feiern können, aber da gehört auch etwas dazu, nämlich eine Vorbereitung. – Nicht nur äußerlich, sondern besonders innerlich, um zu verstehen, dass Gott uns will. Dass er für uns Mensch geworden ist und dass wir uns selbst auf den Weg machen müssen, wie die Hirten, wie die Hl. Drei Könige, wie alle Menschen guten Willens diesen menschgewordenen zu sehen. Wir kommen mit unseren Liedern und Gebeten in die vollen Kirchen, wir kommen um das Fest der Geburt zu feiern, aber wir müssen selbst den Hintern hochbekommen, damit es ein solches Fest auch für alle wird.

Wir selbst sind verantwortlich, dass Ochs und Esel und die ganze Schöpfung, die Welt und Umwelt dabei sind, wir sind verantwortliche dafür, dass wir Frieden stiften und anderen ein gutes ein tröstliches Wort zusagen. Wir sind da, um Türen aufzumachen oder Orte zu öffnen, damit Menschen einen Platz finden.

Wir sind auch selbst aufgerufen dankbar zu sein, für das, was wir besitzen und die Gesundheit und Zeit zu genießen. 

Ich weiß auch wie viel Zeit und Energie in das tolle Essen und für das Schmücken des Hauses hineingeht. Ich lade uns ein: den Eltern, den Großeltern und den vielen fleißigen Händen am Tisch „Danke zu sagen“ mit einer festen Umarmung und eben mit einem Wort des Dankes.

«Im Bild der Krippe mit dem Kind, in der aufopfernden Liebe seiner Eltern und in der Zuneigung der Hirten leuchtet uns die Liebe und das Wohlwollen Gottes auf, das ein jeder von uns in persönlicher Weise in seinem Leben erfahren darf. Dieses Wohlwollen Gottes feiern wir heute mit allen Ausdrucksmöglichkeiten, die uns in den Familien, in unseren Gottesdiensten und in der Gesellschaft zur Verfügung stehen.
Das Wohlwollen Gottes ist die Basis unseres Glaubens. Es ist auch der Grund unserer Freude, die wir heute einander zeigen und wünschen.» (entnommen: https://predigtforum.com/ 25.12.2019 – In der Nacht: WEIHNACHTEN, MEHR ALS EIN GEBURTSTAG, Predigt von Mag. theol. Pater Hans Hütter (2019), abgerufen am 20.12.2019)

Last Christmas I gave my heart. – Gott hat uns mehr als sein Herz gegeben und er nimmt auch nicht am nächsten Tag zurück, wie es im Lied weitergeht. 

Es ist die same procedure as every. Wir erinnern uns an die Liebe Gottes, die uns für immer zugesagt ist. Wie jedes Jahr:

Frohe und gesegnete Weihnachten!

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